wer fraternisiert, wird laternisiert.

Oktober 18, 2010

ich neige zu spontanen kurzschlussreaktionen. schon immer. die wahrscheinlichkeit das jemals abzuwerfen tendiert gegen minus null. es braucht auch nicht viel, damit saemtliche sicherungen durchbrennen: eine unertraegliche mitfahrgelegenheit, apfelstrudel oder ein nicht verwandelter freiwurf. oder aber ein ton, der mich noch im grab um schlaflose naechte bringen wird. der feuermelder meines zimmers hier in vaasa hat eine besondere eigenschaft: er laermt. dieses gerasuch, das klingt, als ob jemand mit sportschuhen in einer turnhalle versuchen wuerde streifen zu hinterlassen, ertoent alle zweieinhalbminuten. ich hatte mich damit eingermasen abgefunden. kein problem. der mensch ist ein gewohnheitstier. so sagt man, so ist man.

bis ich vor einer gefuehlten halben stunde das beduerfnis hatte, mit stuhl auf mein bett zu steigen und dieses elendige dingens abzunehmen. okay, abzureissen. laut voas-office muessten einfach nur die batterien gewechselt werden. das im hinterkopf schaute ich mir das innenleben meines nervenden mitbewohners an und begann, an allem zu ruetteln mit intention die stromversorgung zu kappen. pustekuchen, das vieh machte neue quaelende laute, sodass ich sorti wachklingelte (revanche fuer samstagmorgen um fuenf!!), der das selbe problem einst hatte. die option auf hilfe. denkste, der herr wusste sich auch keinen rat. als o wieder zurueck in die wg, mit katharina kriegsrat gehalten, leider mit dem resultat, das sie es verstand noch mehr gerausche aus dem alarm herauszukitzeln. er schrie foermlich. ob aus schmerz oder langeweile, wir werden es nie erfahren. die idee, ihn bis auszug im dezember im fahrrafkeller zu deponieren, fiel fast sofort nach ankunft da unten auch wieder flach. zu viel laerm. ach was?! demzufolge suchte ich die abfallcontainer zwischen tekla eins und zwei auf. tuer auf, dings rein. aus die maus. tja, das waere das ende gewesen, wenn der feuermelder mitgespielt haette. schon beim weggehen hoerte ich ihn weiter jammern und selbst in meinen eigenen vier waenden mit geschlossenen fenster war ich vor diesen gerauschen nicht sicher. aus angst vor weiterer laermbelaestigung nicht nur fuer mich, sondern auch fuer alle anderen, bin ich also wieder raus, nahm das monster an mich und laermte mir den weg in die wg. die einzige loesung gleichedeutend mit der letzten konsequenz: ein endloses bad im see. pulloverueberstreifend schnappte ich mir tuomas und ab gings auf dem schnellsten weg runter zum see. der letzte akt einer chaotischen geschichte. die ausloeschung stand kurz bevor (dieser satz stammt nicht von mir, wahrscheinlich hat ihn guido knopp schon 47mal gebraucht). im begriff auf halblegale gewaesser zuzusteuern (oh gott,low five!) kam eine komponente hinzu, potenzielle zeugen. um diesen zu entegehen, fuhr ich zur extra anderer seite und siehe da, das perfekte plaetzchen ward gefunden. der naechste jogger mehr als rufnah entfernt, nutzte ich die stille gelegenheit und schickte meinen einstigen feueralarm, jetzigen erzfeind und zukuenftigen alptraumbescherer mit nem laessigen vorhandinsider in sein neues untotenlebensumfeld.

ich kann nur hoffen, dass voas kein geld fuer peilsender verschwendet hat. dass ich seitdem vor angst erstarre, wenn es an der tuer schellt, ist hoffentlich nur eine temporaere nebenerscheinung…

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